Untermünkheim
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Truhen im Wandel der Zeit
- Bewahrmöbel aus 4 Jahrhunderten -


Das Rößler-Museum hat in der vergangenen Saison 2014 nochmals wie in einer Zeitreise einen interessanten Überblick über 400 Jahre Truhen gezeigt.
Insbesondere war zu sehen, welche Formen, Farben und Bauweisen in den einzelnen Epochen hergestellt wurden. Die reichen Möbelbestände des Museums und zahlreiche Leihgaben zeigen die Entwicklungen in den letzten vierhundert Jahren.

Ständig gibt es in einer besonderen Zusammenstellung eine Übersicht über das Schaffen der Schreinerfamilie Rößler aus Untermünkheim.
Diese Schreinerfamilie ist weithin für ihre bunt und markant bemalten Möbel aus dem 19. Jahrhundert bekannt geworden.

Im Einzelnen zeigt das Museum, dessen Namensgeber die Schreinerfamilie Rößler war, die Werke von vier Mitgliedern der Familie. Zuerst wären dabei der Stammvater Johann Heinrich Rößler (1751 - 1832) und sein berühmter Sohn Johann Michael Rößler (1791 - 1849) zu nennen. Johann Michael führte in Untermünkheim die Familientradition weiter, indem er die Schreinerei seines Vaters übernahm. Sein älterer Bruder Johann Georg (1785 - 1844) und sein jüngerer Bruder Johann Friedrich (1796 - 1863) gründeten weitere Schreinereien in der Umgebung Untermünkheims, Georg in Großaltdorf und Friedrich in Eschental.
Durch intensive Forschungsarbeit des Rößler-Museums ist es gelungen, den einzelnen Rößler-Brüdern bestimmte, auf den Möbeln der Region vorgefundene Malmotive und Malweisen zuzuordnen.
Anhand von weiteren Ausstellungsstücken kann der Besucher eine Menge Wissenswertes über die Entstehung und Entwicklung des so genannten Untermünkheimer Möbelmalstiles erfahren sowie neue Erkenntnisse über die Möbel aus dem Untermünkheimer Umfeld gewinnen.

Vereint unter einem Dach ist es möglich, von Ostern bis Ende Oktober einen Querschnitt der Möbelgestaltung aller vier Rößler-Schreiner kennen zu lernen und auch viele weitere Möbel aus dem gesamten Gebiet Hohenlohes dazu in Vergleich setzen.

Forschungen der letzten Jahre haben ergeben, dass nicht nur die Rößler-Schreinerei in Untermünkheim zu den bedeutendsten Herstellern bemalten Mobiliars in der Region zählte, sondern es gab darüber hinaus, über den gesamten Landstrich verteilt, eine Reihe weiterer Schreinerfamilien, die Möbel mit herausragender Malerei verzierten. Durch intensive Recherchen ist es dem Museum über die Jahre gelungen, nach und nach neue Schreinernamen zu ergründen, die Standorte ihrer Werkstätten festzustellen und ihre Möbelmalerei miteinander zu vergleichen.

Neben den berühmt gewordenen Möbel der Schreinerfamilie Rößler aus Untermünkheim mit vier verschiedenen Meistern, nämlich dem Vater und drei Söhnen, hatte am gleichen Ort hatte die Schreinerei Glessing ihr Domizil. Nachfahren ließen sich in Rieden und Bibersfeld nieder und schreinerten Möbel, deren Bemalung deutliche Anklänge an das Malprogramm von Johann Michael Rößler aufweisen. Bei einem der Glessing -Abkömmlinge finden wir sogar gereimte Sprüche oder liebevolle Gedichte als Zusatz zum malerischen Dekor.
Unter dem Begriff der Zirkelschlagmöbel sind die Werke der Schreinereien Schönhut aus Gaisbach-Oberhof, Dippold aus Goggenbach und Kurr aus Unterscheffach bekannt geworden. In kontrastreicher Farbgebung weisen diese vor allem geometrische Elemente wie Kreis- und Halbkreisformen auf. Ganz ähnlich in der Farbgebung, aber mit klassizistischem Vasendekor treten die Möbel der Schreinerei Stecher aus Hermuthausen auf.

Das nördliche Hohenlohe im Bereich von Langenburg über Bartenstein bis Schrozberg bediente die Schreinerei Ulm aus Billingsbach.

Ihre Möbel sind gekennzeichnet durch symmetrisch angeordnete Blumenmotive, die entweder einem Wurzelspross entwachsen oder als Blumenstrauß in einer klassizistischen Vase die Schrankfronten zieren. Äußerst schlanke Blumenvasen mit hoch empor strebenden und mit großen Blüten versehenen Blumensträußen waren zudem die Dekorformen der Satteldorfer Schreinerei Henninger im Umfeld von Crailsheim.

Daneben sind natürlich die beeindruckenden Anfänge des „Untermünkheimer Stils" in der hiesigen Kilianskirche zu bestaunen, von der das Rößler-Museum nur wenige Schritte entfernt liegt.
Die Innenausstattung und die Bemalung sind ein Werk der Glessing-Söhne und des späteren Untermünkheimer Schreinermeisters Johann Heinrich Rößler.

 

 

 

wunderschöner doppeltüriger Schrank von
Johann Georg Glessing

 

Karl-Heinz Wüstner erläutert bei einer Führung Malmotive auf einem Schrank der Schreiner Stecher aus Hermuthausen

 


Öffnungszeiten des Museums siehe links unter "Besuch".