Untermünkheim
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Forschungen zu den Hohenloher Schreinern und ihren Produkten


Hier einige Ergebnisse der jüngsten Forschungen:
Durch beständige Forschungsarbeit werden unser Wissen und unser Kenntnisstand über die bemalten Möbel Hohenlohes ständig erweitert. Kannte man bis Anfang der 90er Jahre neben unseren berühmt gewordenen Rößler-Schreinern aus Untermünkheim noch nicht viele andere Werkstätten und Namen von Schreinern, die zur damaligen Zeit bunt bemalte Möbel herstellten, so hat sich diese Situation in den letzten zehn Jahren grundlegend geändert. Durch umfangreiche Recherchen und Auswertung überlieferter Daten und Fakten konnten immer mehr Werkstätten aus dem Dunkel der Archive ans Tageslicht befördert werden. Auf diese Weise ist es uns gelungen, mittlerweile wenigstens ein Dutzend Schreinerwerkstätten zu lokalisieren, die Namen der dort tätigen Meister festzustellen und vor allem, was ganz wichtig ist, auch die Art ihrer Bemalung eindeutig zuzuordnen.

Einige der von uns erforschten Schreinereien sind im Anschluss aufgeführt. Sie zählten zweifellos zu den bedeutendsten Schreinereien der Hohenloher Ebene und der umliegenden Waldberge.

Da wäre zum einen die Schreinerei Glessing aus Rieden zu nennen, die ursprünglich ebenfalls in Untermünkheim ansässig war und deren Möbel deutliche Anklänge an das Malprogramm von Johann Michael Rößler aufweisen. Ein Abkömmling der Riedener Glessing-Familie zog später nach Bibersfeld, wo er interessante Möbel gestaltete, die er oft mit gereimten Sprüchen oder liebevollen Gedichten versah. Unter dem Begriff der Zirkelschlagmöbel sind die Werke der Schreinereien Schönhut aus Gaisbach-Oberhof, Dippold aus Goggenbach und Kurr aus Unterscheffach bekannt geworden. Ferner sind auch die Möbel der Schreinerei Lober in Geislingen/Kocher zu dieser Werkstattgruppe zu zählen. In kontrastreicher Farbgebung weisen sie vor allem geometrische Elemente wie Kreis- und Halbkreisformen auf, aber auch Vasen mit Blumensträußen waren gebräuchlich. Ganz ähnlich bemalten die Schreinereien Stecher in Stachenhausen und Hermuthausen ihre Möbel, deren wichtigste Motive niedrige Vasen mit einem breit angelegten Blumenstrauß waren. Zwischen Öhringen und Forchtenberg am Kocher liegt die Ortschaft Orendelsall. Dort haben wir Kenntnis von den Möbeln des Schreinermeisters Georg Friedrich Blanz. Er verwendete kleine Blumenvasen mit Sträußen und weit ausholende Blattwedel als Möbelzier.

Das nördliche Hohenlohe im Bereich von Langenburg über Bartenstein bis Schrozberg bediente die Schreinerei Ulm aus Billingsbach. Ihre Möbel sind gekennzeichnet durch symmetrisch angeordnete Blumenmotive, die entweder einem Wurzelspross entwachsen oder als Blumenstrauß in einer klassizistischen Vase die Schrankfronten zieren. Gänzlich anders arbeitete man in der Schreinerei Wörner aus Fichtenberg im Limpurger Land. Dort waren Akanthusblätter und Tulpenblüten die bevorzugten Gestaltungselemente.

Mehr Informationen erhalten Sie bei einem Besuch unseres Museums und über
unsere ausführliche Literatur.